Freitag, 14. März 2014

Die Zukunft lernt im Kindergarten

Frei nach dem Buch[1] von Theresia Wunderlich, Matthias Hugoth, Frank Jansen und Peter Kuner lernt unsere Zukunft im Kindergarten. Wie sieht die Zukunft des Lernens im frühkindlichen Bereich aus?
Eine Tendenz, die sich in unterschiedlichen Modellprojekten wieder findet, ist die Idee des gemeinsamen Lernens von Kindergarten- und Grundschulkindern bzw. die Verbesserung des Übergangs zwischen beiden Institutionen.
In der deutschsprachigen Schweiz gibt es in einigen Kantonen die Grund- und die Basisstufe, die die Kindergartenjahre und die ersten Primarschuljahre enger verzahnen:
„In der Grundstufe werden die zwei Kindergartenjahre mit dem ersten Primarschuljahr, bei der Basisstufe die zwei Kindergartenjahre mit den ersten zwei Jahren der Primarstufe zusammengefasst. Der Übergang innerhalb dieser Stufen verläuft flexibel, je nach Entwicklungsstand des Kindes. Die Klassen werden altersheterogen und von einem multiprofessionell zusammengesetzten Team im Team-Teaching unterrichtet.“ Team-Teaching bedeutet, dass zwei oder mehr (Lehr-)Personen den Unterricht zusammen und gleichzeitig gestalten. „Dabei gibt es keinen Schnitt mehr zwischen Kindergarten und Primarschule, die Kinder werden schrittweise an schulisches Lernen und an die Grundlagen der Sozialkompetenzen herangeführt. Erstes schulisches Lernen soll bei entsprechendem Entwicklungsstand des Kindes bereits ab Beginn möglich sein. Der Übergang vom spielerischen zum systematischen Lernen erfolgt fliessend. Die Kantone entscheiden darüber, wie sie die ersten Schuljahre organisieren (Kindergarten, Grund- oder Basisstufe).“ http://bildungssystem.educa.ch/de/grund-basisstufe [14.3.2014]

In Deutschland hat das Land Niedersachsen mittlerweile das zweite Modellprojekt aufgelegt:
·         Das Projekt Brückenjahr, das Mitte 2011 nach vier Jahren beendet wurde und in dem die pädagogischen Fachkräfte und die Grundschullehrkräfte das letzte Jahr vor der Einschulung als Brückenjahr zur Grundschule gestalteten. http://www.mk.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=2017&article_id=6365&_psmand=8 [14.3.2014]
·         Das Modellvorhaben Kita und Grundschule unter einem Dach spannt den Altersbogen sehr weit: für Kinder von 0 bis 10 Jahren. Seit August 2012 wird dies an acht Modellstandorten exemplarisch erarbeitet. http://www.mk.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=30401&article_id=104796&_psmand=8 [14.3.2014]
Das Land Baden-Württemberg hat mit dem Modellprojekt Bildungshaus 3-10 die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule in 32 Bildungshäusern erprobt. Während der wissenschaftlichen Begleitung wurde beobachtet, „wie sich jedes der 32 Bildungshäuser auf seinen eigenen Weg machte. Und jedes Bildungshaus fand eine eigene und einzigartige Form der Kooperation, die sowohl zu den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten passt als auch zu der pädagogischen Ausrichtung der beteiligten Schulen und Kindergärten. Und obwohl auf diese Weise kein Bildungshaus dem anderen gleicht, gibt es doch auch Ähnlichkeiten.“ http://www.znl-ulm.de/Newsletter/newsletter.html#NL19-2 [14.3.2014)

Damit eine Zusammenarbeit zwischen beiden Lernorten gut gelingt, ist auch eine gemeinsame Ausbildung der jeweils zuständigen Pädagogen hilfreich. Hier ist die Universität Bremen führend mit der gemeinsamen Ausbildung von Elementar- und Grundschulpädagogen: „Die Universität Bremen ist die erste Universität Deutschlands, die einen polyvalenten Bachelor anbietet, der gleichzeitig auf die Arbeit in der Grundschule ausgerichtet ist und für die Tätigkeit im Elementarbereich qualifiziert.http://www.fruehpaedagogik.uni-bremen.de/Lehre/index.html [14.3.2014]


Hinweise auf die Gestaltung von Lernprozessen im naturwissenschaftlichen Bereich im Kindergarten und in der Grundschule können folgender Veröffentlichung entnommen werden: http://www.widerstreit-sachunterricht.de/ebeneI/superworte/naturwiss/brause.pdf [14.3.2014]
Dort sind die Ergebnisse einer Lehrveranstaltung von mir zur Chemiedidaktik für Studierende des Lehramtes für Sonderpädagogik im Master an der Universität Hannover dargestellt. Ich hatte die Studierenden aufgefordert, über die Umsetzung chemischer Inhalte von der Kita über die Grundschule bis zu Förderschulen nachzudenken. Exemplarisch habe ich zwei der Arbeiten von Studierenden als Anregung ausgewählt.



[1] Themenwechsel. Die Zukunft lernt im Kindergarten: Positionen und Impulse vom Verband Katholischer Tageseinrichtungen f. Kinder (Juni 2000)

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