Freitag, 30. September 2016

Mein großes Vorhaben: mein Live-Buch-Projekt "Zukunfts- und Berufsorientierung bei begabten Jugendlichen"

Was?
Ich habe mir etwas ganz fest vorgenommen: Mein geplantes Buch "Zukunfts- und Berufsorientierung bei begabten Jugendlichen" als Live-Buch-Projekt entstehen zu lassen. 

Wie ist es zu der Entscheidung gekommen?
Das Buchprojekt "Zukunfts- und Berufsorientierung für begabte Jugendliche" habe ich mir fest vorgenommen! Meine anderen Bücher sind bei Verlagen oder als Selfpublishing bei Kindle erschienen. Das geplante Buch ist mein absolutes Herzensprojekt!

Warum als Live-Buch?
Ich habe von den SchreibPowerTagen von Katja Glöckler gelesen und der Möglichkeit, ein Buch live zu schreiben und die eigene Community direkt einzubeziehen: das ist genau das, was ich jetzt brauche! Ich will Euch an der Entstehung meines Herzensprojektes teilhaben lassen!!!

16. Juli 2017


Geplantes Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort: Geschafft!

2 Einleitung

3 Bedürfnisse als Grundlage der Zukunftsorientierung
3.1 Erwartungen der Umwelt an Jugendliche
3.2 Wie passen jugendliche Bedürfnisse und Erwartungen der Umwelt zusammen?

4 Überblick über das deutsche Schulsystem (KMK 2016a)

4.1 Allgemeinbildendes Schulwesen
4.1.1 Sekundarstufe I (KMK 2014)
4.1.2 Sekundarstufe II (KMK 2016b)
4.2 Schulen mit einem Begabungsschwerpunkt
4.2.1 Baden-Württemberg
4.2.2 Bayern
4.2.3 Berlin
4.2.4 Brandenburg
4.2.5 Bremen
4.2.6 Hamburg
4.2.7 Hessen
4.2.8 Mecklenburg-Vorpommern
4.2.9 Niedersachsen
4.2.10 Nordrhein-Westfalen
4.2.11 Rheinland-Pfalz
4.2.12 Saarland
4.2.13 Sachsen
4.2.14 Sachsen-Anhalt
4.2.15 Schleswig-Holstein
4.2.16 Thüringen

5 Kognitive Begabungsförderung während der Schulzeit

5.1  Sprachen
5.1.1 Allgemeines
5.1.2 Bilingualer Sachfachunterricht
5.2 Gesellschaftswissenschaften
5.3 Besondere gymnasiale Bildungsgänge
5.4 Frühstudium

6 Musisch-künstlerische Begabungsförderung während der Schulzeit

6.1 Musik
6.2 Schauspiel
6.3 Bildende Kunst
6.4 Literatur
6.5 Journalistik
6.6 Tanz
6.7 Film
6.8 Sport

7 Stipendien für Schüler


8 Andere Länder
 

9 Ansprechpartner
 

10 Ausblick

11 Literatur  
 

1 Vorwort: Geschafft!

Ihr Kind hat einen Platz an der von Ihnen favorisierten weiterführenden Schule erhalten. Es dürfte jetzt 10 Jahre alt sein bei einer vierjährigen Grundschule bzw. 12 Jahre bei einer sechsjährigen Grundschule in Berlin und Brandenburg. Oder auch nicht, denn Früheinschulung, Zurückstellung vom Schulbesuch, Überspringen und Sitzenbleiben führen zu vielfältigen Alterskonstellationen zu Beginn der weiterführenden Schule.


Freuen Sie sich, dass Ihr Kind es schon bis hierhin geschafft hat!
Seien Sie gespannt auf seinen weiteren schulischen und beruflichen Weg:
Denn auch auf der neuen Schule stehen schon bald wichtige Entscheidungen an, z.B. die Wahl der zweiten Fremdsprache ab Klasse 6 oder 7 auf dem Gymnasium oder die Entscheidung für oder gegen eine zweite Fremdsprache bei Besuch der Real- oder Gesamtschule.


Dieses Buch nimmt Sie mit auf eine Reise durch das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem bis zur Studien- und Berufswahl. Im Fokus immer der begabte Jugendliche! Denn die zweite Fremdsprache kann mit darüber entscheiden, welches Fach an der Universität studiert werden darf.


Sie erfahren mehr über diese Zusammenhänge und über Möglichkeiten, fehlende Nachweise nachzuholen.

Fördermöglichkeiten intellektueller, musisch-künstlerischer und sportlicher Begabung werden im Hinblick auf eine entsprechende spätere Berufstätigkeit aufgezeigt.


Und obwohl manchmal der Eindruck entstehen mag, dass Begabte in Deutschland wenig Unterstützung (finanzieller Art) erhalten, werden Stipendien für Schüler und in der beruflichen Bildung vorgestellt.


Behalten Sie also den Überblick, auf dass Ihr dann erwachsenes Kind sagen kann:
„Geschafft! Ich habe den Beruf, der mich mit meinen Begabungen und Interessen zufriedenstellt!“


2 Einleitung

Wie wichtig (und oftmals) schwierig ist die Berufsorientierung für begabte Jugendliche!


Ich spreche neben Berufsorientierung auch von Zukunftsorientierung:
Nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen an vielen hochbegabten Jugendlichen und Erwachsenen geht es bei der Berufswahl nicht ausschließlich um interessierende Sachgebiete, zu erreichende Positionen, Verdienstmöglichkeiten und Jobsicherheit.
Es geht als übergeordnete Frage darum, wie ich leben will; wofür ich bereit bin, mich anzustrengen; was mich antreibt; was meine Vision ist!
Das können auch Themen sein, die der Jugendliche später vielleicht in der Familie, als Hobby oder im Ehrenamt verwirklichen will.

Nach der Klärung der Antriebs- und Motivationskräfte stellt sich die Frage nach der Umsetzung und Verwirklichung.

Und hier treffen wir dann auf die harten Fakten der Realität: ein Job als Produktdesigner ist bestimmt spannend, was mache ich aber, wenn ich nicht gut zeichnen kann? Es lernen?!
Das wäre die erste und zielführendste Antwort, um diesen Beruf erfolgreich auszuüben (und erstmal an einer entsprechenden Hochschule angenommen zu werden). Wenn man dies nicht schafft (oder sich dann doch nicht dazu motivieren kann), gilt es, Alternativen ausfindig zu machen.
Vielleicht wäre eine nebenberufliche Selbstständigkeit in diesem Bereich auf lange Sicht etwas, gepaart mit einem soliden Job, der einem den Unterhalt sichert. Dazu ist zu überlegen, welcher Art dieser Job sein könnte und welche Ausbildung man dafür benötigt. Und so geht dieser Prozess weiter, den wir in diesem Buch gemeinsam reflektieren.

Ich wünsche allen Jugendlichen (und ihren Eltern, Ausbildern und Begleitern) eine erfolgreiche und an der Persönlichkeit des Jugendlichen ansetzende Zukunftsorientierung!


Hannover, im Juli 2017    Ihre Kerstin Brausewetter

3 Bedürfnisse als Grundlage der Zukunftsorientierung
Begabte Jugendliche haben, wie alle Menschen, bestimmte Grundbedürfnisse. Ihre Befriedigung ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen in unserem Kulturkreis ihre Persönlichkeit entfalten können. Dies gilt auch für begabte Jugendliche, die zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse auf die Hilfe ihrer Umwelt angewiesen sind.

Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow (1908-1970) unterschied folgende Grundbedürfnisse, die er hierarchisch anordnete (Abb. 1):

 

 












Abbildung 1: Bedürfnispyramide nach Maslow (angelehnt an Gordon & Burch 2001, 123)


Nach seiner Auffassung können Bedürfnisse einer höheren Ebene nur befriedigt werden, wenn die Bedürfnisse der darunterliegenden Stufen bereits erfüllt sind.

So kann beispielsweise ein ängstlicher Mensch mit unbefriedigten Bedürfnissen der Stufe II (Sicherheitsbedürfnisse) keine Freundschaften schließen (Stufe III). Sind dagegen seine Bedürfnisse der Stufe I und II (Physiologische und Sicherheitsbedürfnisse) erfüllt, können auch die höheren Bedürfnisebenen befriedigt werden, wie soziale Beziehungen und Freundschaften der Stufe III oder die Entwicklung beruflicher Fähigkeiten auf Stufe IV. Die Ausprägung dieser Bedürfnisse ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt vom Alter ab.


Diesen Bedürfnissen der Jugendlichen stehen Erwartungen und Anforderungen der Umwelt gegenüber!

  

3.1 Erwartungen der Umwelt an Jugendliche

Zu den Entwicklungsaufgaben im Jugendalter gehören (Stangl 2015):

·      Bildung und Begabungsentfaltung: Die Jugendlichen müssen Herausforderungen in Schule und Beruf bewältigen. 



·      Entwicklung einer Zukunftsperspektive: Sie sollen herausfinden, was sie im Leben erreichen wollen und wie und wer sie sein wollen. 



·      Umgang mit dem eigenen sich verändernden Körper: Die Jugendlichen müssen die Veränderungen an ihrem Körper bewusst wahrnehmen und sich mit ihm „arrangieren“. 



·      Aufbau von (intimen) Beziehungen und Freundschaften: Erwerb und Ausbau sozialer Kompetenzen. 



·      Umgang mit der eigenen Geschlechterrolle: Dies kann Auswirkungen haben auf die berufliche Zukunftsorientierung z.B. im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Wahl geschlechtsspezifischer Berufe.



3.2 Wie passen jugendliche Bedürfnisse und Erwartungen der Umwelt zusammen?
Largo 2002 hat das Zürcher Fit-Konzept (Abb. 2) entwickelt, das „eine möglichst gute Übereinstimmung zwischen den individuellen Bedürfnissen […] und seiner Umwelt“ (Largo 2002, 248) anstrebt.




















Abbildung 2: Zürcher Fit-Konzept (angelehnt an Largo 2002, 248)



Übertragen auf Jugendliche ist das Ziel, dass sie sich wohl fühlen und aktiv sind.

Die Umwelt trägt zu diesem Wohlbefinden bei, indem die Bezugspersonen (z.B. Gleichaltrige, Eltern, Lehrer) Grundbedürfnisse des Jugendlichen befriedigen und ihn emotional unterstützen.

Die Umwelt ermöglicht darüber hinaus Entwicklung und Lernen sowie Zuwendung und soziale Anerkennung, in Schule, Ausbildung und Freizeit.


Eine mangelnde Passung zwischen Jugendlichem und Umwelt, auch Misfit (Largo 2002) genannt, äußert sich in zeitlich gestaffelter Abfolge (Abb. 3):
 

Abbildung 3: Misfit (angelehnt an Largo 2002, 303)



1. Im ersten Schritt führt die mangelnde Passung zu einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens und Selbstwertgefühls: der Jugendliche ist unglücklich und lustlos und wenig an seiner Umwelt interessiert. Dieses Stadium wird leicht von den Mitmenschen übersehen.
2. Der Jugendliche versucht aktiv, seine Bedürfnisse zu befriedigen.
3. Wenn der Misfit anhält und somit zu einer chronischen Belastung wird, reagiert der Jugendliche je nach seiner Veranlagung auf unterschiedliche Art und Weise: der eine zeigt auffälliges Verhalten, indem er z.B. aggressiv wird. Ein anderer entwickelt psychosomatische Symptome, wie z.B. Kopfschmerzen, und bei einem dritten treten Leistungseinbußen auf.
4. Wenn die Erfahrung der mangelnden Passung lange anhält, können „Kräfte und (…) Gegenwehr“ (Largo 2002, 304) des Jugendlichen nachlassen, er „wird antriebslos und entwickelt sich nur noch langsam“ (ebd.). Ein solcher Zusammenbruch ist eher selten.

Um diese Folgen einer mangelnden Passung zu vermeiden, werden in den folgenden Kapiteln vielfältige Möglichkeiten und Angebote unserer gesellschaftlichen Umwelt für (begabte) Jugendliche vorgestellt.

Mit dem Start in die weiterführende Schule hat Ihr Kind den Wechsel vom Primarbereich zum Sekundarbereich I vollzogen.
An den Sekundarbereich I schließt sich der Sekundarbereich II an, in dem Ihr Kind z.B. die Fachhochschulreife oder die Allgemeine Hochschulreife erlangen kann.
Ein darauffolgendes Studium an Hochschule oder Universität ist dem Tertiären Bereich zuzuordnen.

In Deutschland unterscheidet man zwischen dem allgemeinbildenden und dem berufsbildenden Schulwesen.
Alle Schularten des Primar- und Sekundarbereichs I gehören zum allgemeinbildenden Schulwesen. Im Sekundarbereich II gibt es Schularten im allgemeinbildenden und im berufsbildenden Schulwesen.

Wir starten mit einer Betrachtung der Sekundarstufe I des allgemeinbildenden Schulwesens

4.1 Allgemeinbildendes Schulwesen

4.1.1 Sekundarstufe I (KMK 2014)


Bevor wir uns gleich auf eine Reise durch die Sekundarstufe I des deutschen Schulsystems begeben, vorab noch der Hinweis, sich nicht verwirren zu lassen:

da die einzelnen Bundesländer über die Kulturhoheit verfügen, ist jedes Land selbst primär für sein Schulsystem zuständig. Um ein Mindestmaß an Einheitlichkeit zu erreichen, arbeiten die Länder in der Kultusministerkonferenz (KMK) zusammen.


Die in diesem Kapitel vorgestellten Sachverhalte beziehen sich zumeist auf die aktuellen Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Das bedeutet aber auch, dass in den einzelnen Bundesländern abweichende oder weiterführende Regelungen bestehen können.


Tipp: Bitte informieren Sie sich deshalb rechtzeitig und umfassend über die für Ihr Bundesland jeweils gültigen Regelungen.

Mit dem Wechsel zur weiterführenden Schule haben Eltern in den meisten Bundesländern Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Schularten.
Anders als in vielen anderen Staaten folgt in Deutschland auf die gemeinsame vier- bis sechsjährige Grundschule (in Berlin und Brandenburg) im Sekundarbereich I ein gegliedertes System.
Dazu gehören prinzipiell folgende Schularten:
•    Hauptschule
•    Realschule
•    Gymnasium und
•    Gesamtschule.


Neben den oben genannten Schularten gibt es in jedem Bundesland weitere, die in der „Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im Sekundarbereich I“ (KMK 2014) namentlich aufgeführt sind.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Förderschularten und Privatschulen z.B. mit konfessionellem Hintergrund oder besonderem pädagogischen Profil (u.a. Montessori-Schulen, Freie Waldorfschulen).

Die einzelnen Schularten unterscheiden sich in ihren Zielsetzungen:
•    Die Hauptschule vermittelt eine „grundlegende allgemeine Bildung“ (KMK 2014, 7),
•    die Realschule eine „erweiterte allgemeine Bildung“ (ebd.) und
•    das Gymnasium eine „vertiefte allgemeine Bildung“ (ebd.).

Am Gymnasium muss spätestens ab der 7. Klasse eine zweite Fremdsprache unterrichtet und gelernt werden. An anderen Schularten kann sie als Wahlpflichtfach angeboten werden. Dies trifft meist auf Real- und Gesamtschulen zu.
Das Thema der (zweiten) Fremdsprache wird uns, wie bereits im Vorwort angedeutet, auch weiterhin auf unserer Reise durch das allgemeinbildende und das berufsbildende Schulwesen begleiten!

Die Schulen vergeben am Ende der Sekundarstufe I folgende Schulabschlüsse:
•    Hauptschulabschluss:
Der Hauptschulabschluss ist der erste allgemeinbildende Schulabschluss, der am Ende der Jahrgangsstufe 9 erworben werden kann. Er wird genutzt für bestimmte berufsbildende Schulen und für verschiedene Berufsausbildungen. In einigen Bundesländern wird er Berufsbildungsreife (Berlin, Brandenburg und Bremen), in anderen Berufsreife (Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz) genannt.

•    Mittlerer Schulabschluss:
Der Mittlere Schulabschluss kann an verschiedenen allgemeinbildenden Schularten am Ende der Jahrgangsstufe 10 erworben werden. Er hat in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen (KMK 2014) und berechtigt zum Eintritt in weiterführende schulische Bildungsgänge und wird genutzt für verschiedene Berufsausbildungen.


Tipp: Mit der Existenz verschiedener Schularten in der Sekundarstufe I bestehen bereits Wahlmöglichkeiten. Dies ist ein erster Ansatzpunkt zur Wahl einer individuell möglichst passenden schulischen Situation für den Jugendlichen!

4.1.2 Sekundarstufe II (KMK 2016b)
Auf den Sekundarbereich I folgt die Sekundarstufe II, die im allgemeinbildenden Schulwesen auch gymnasiale Oberstufe genannt wird.

Die Zielsetzung des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe ist die Vermittlung einer „vertiefte[n] Allgemeinbildung, [einer] allgemeine[n] Studierfähigkeit sowie [einer] wissenschaftspropädeutische[n] Bildung“ (KMK 2016b, 5).
Der Unterricht soll beispielhaft in „wissenschaftliche Fragestellungen, Kategorien und Methoden“ (KMK 2016b, 5) einführen und zur „Persönlichkeitsentwicklung und –stärkung, zur Gestaltung des eigenen Lebens in sozialer Verantwortung sowie zur Mitwirkung in der demokratischen Gesellschaft“ (ebd.) befähigen.

Die gymnasiale Oberstufe gliedert sich in eine einjährige Einführungsphase und eine zweijährige Qualifikationsphase.

Die reguläre Schulzeit (ohne Sitzenbleiben oder Überspringen von Klassenstufen) bis zum Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife beträgt 12 oder 13 Schuljahre.

Die einjährige Einführungsphase soll unterschiedliche Voraussetzungen bei den Schülern ausgleichen und in die Arbeit in der gymnasialen Oberstufe einführen.
Der Unterricht in der Qualifikationsphase erfolgt auf zwei Anspruchsebenen:
  • auf grundlegendem Anforderungsniveau und
  • auf erhöhtem Anforderungsniveau.
In der Qualifikationsphase belegen die Schüler je nach Landesregelung
  • mindestens 2 fünfstündige Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau oder
  • mindestens 3 vierstündige Fächer auf diesem Niveau.
Den Abschluss der gymnasialen Oberstufe bildet, am Ende der zweijährigen Qualifikationsphase, die Abiturprüfung.

Zur Verleihung der Allgemeinen Hochschulreife (= Abitur) müssen bestimmte Fächer in der Einführungsphase und in der Qualifikationsphase belegt werden. Aus den Noten der zweijährigen Qualifikationsphase und der Abiturprüfungen wird eine Gesamtpunktzahl ermittelt, die eine Endnote ergibt.

Die Allgemeine Hochschulreife ermöglicht den Zugang zu jedem Hochschulstudium.

Schüler, die die gymnasiale Oberstufe ohne Abitur verlassen, können einen Antrag auf Feststellung des Erwerbs der Fachhochschulreife (schulischer Teil) stellen. Diese Regelungen gelten nicht in den Bundesländern Bayern und Sachsen und werden von diesen auch nicht anerkannt.


Dies kann frühestens nach einem erfolgreichen einjährigen Besuch der Qualifikationsphase geschehen. Zur Erwerbsfeststellung müssen die Schüler bestimmte Leistungen nachweisen (KMK 2016b, 16f).


Zur Zuerkennung der vollständigen Fachhochschulreife muss ein berufsbezogener Teil nachgewiesen werden durch
•    „eine abgeschlossene Berufsausbildung“ (KMK 2016b, 17),
•    „ein einjähriges gelenktes Praktikum“ (ebd.) oder durch
•    „ein freiwillig abgeleistetes soziales oder ökologisches Jahr, den Wehr- oder Zivildienst sowie den Bundesfreiwilligendienst“ (ebd.) von einem Jahr.

Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an Fachhochschulen.

In der Einführungsphase müssen zwei Fremdsprachen belegt werden. Dabei kann es sich um zwei Fremdsprachen handeln, die in der Sekundarstufe I durchgängig belegt wurden (fortgeführte Fremdsprachen), oder um eine fortgeführte und eine weitere Fremdsprache, die neu in der Einführungsphase beginnt.

Falls Ihr Kind bereits in der Sekundarstufe I mindestens vier Jahre eine zweite Fremdsprache erlernt hat, kann damit die Belegung einer zweiten Fremdsprache in der Einführungsphase abgegolten sein.
Falls Ihr Kind vor Eintritt in die gymnasiale Oberstufe keinen oder keinen durchgehenden Unterricht in einer zweiten Fremdsprache hatte, muss es durchgehend in der Einführungsphase und in der Qualifikationsphase eine zweite Fremdsprache belegen.

Wege zur Fachhochschulreife und zur Fachgebundenen Hochschulreife ohne das Erlernen einer zweiten Fremdsprache werden im Kapitel zum berufsbildenden Schulwesen vorgestellt.


4.2 Schulen mit einem Begabungsschwerpunkt
4.2.1 Baden-Württemberg (Kompetenzzentrum für Hochbegabtenförderung 2015)
Hochbegabtenklassen an Gymnasien
Regierungspräsidium Freiburg
· Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach (in Kooperation mit dem)
· Hebel-Gymnasium Lörrach
· Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz
· Leibniz-Gymnasium Rottweil
· Scheffel-Gymnasium Lahr

Regierungspräsidium Karlsruhe
· Bismarck-Gymnasium Karlsruhe
· Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg
· Lessing-Gymnasium Mannheim
· Reuchlin-Gymnasium Pforzheim

Regierungspräsidium Tübingen
· Albert-Einstein-Gymnasium Ulm
· Ludwig-Uhland-Gymnasium Tübingen
· Spohn-Gymnasium Ravensburg

Regierungspräsidium Stuttgart
· Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach am Neckar
· Karls-Gymnasium Stuttgart
· Königin-Katharina-Stift Stuttgart
· Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn

Hochbegabtengymnasium
Landesgymnasium für Hochbegabte mit Internat und Kompetenzzentrum Schwäbisch Gmünd (www.lgh-gmuend.de)

4.2.2 Bayern (Bildung & Begabung 2017a)
(Hoch-)Begabtenförderung an Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien in Bayern
Modellversuch "TAFF" - Begabungsförderung an der Mittelschule
Projekt "Initiative Realschule 21"
    Wilhelm-Leibl-Realschule, Bad Aibling
    Ruth-Weiss-Realschule, Aschaffenburg
    Markgraf-Georg-Friedrich Realschule Heilsbronn
    Hans-Maier-Realschule, Ichenhausen
    Realschule an der Salzstraße, Kempten
    Städtische Realschule Kempten
    Gregor-von-Scherr-Schule, Neunburg v. W.
    Werner-von-Siemens-Realschule, Bad Neustadt
    Staatliche Realschule Oberding
    Staatliche Realschule Obergünzburg
    Staatliche Realschule Pfarrkirchen
    Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule, Regenstauf
    Städtische Realschule für Mädchen Rosenheim
    Realschule Roth
    Wilhelm-Sattler-Realschule, Schweinfurt
    Walther-Rathenau-Realschule, Schweinfurt
    Christoph-von-Schmid-Schule, Thannhausen
    Staatliche Realschule Trostberg
    Staatliche Realschule Vilsbiburg
    Staatliche Realschule Vohenstrauß
    Realschule im Stiftland, Waldsassen
    Realschule Wasserburg

Förderklassen für Hochbegabte an Gymnasien
    Gymnasium bei St. Stephan Augsburg
    Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth (mit Internat für Schülerinnen)
    Comenius-Gymnasium Deggendorf (mit Internat und Tagesheim)
    Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting
    Maria-Theresia-Gymnasium München
    Dürer-Gymnasium Nürnberg
    Kepler-Gymnasium Weiden
    Deutschhaus-Gymnasium Würzburg


Schulen mit Schnelllernerklassen:

4.2.4 Brandenburg (Bildung & Begabung 2017c)

Schule
Profil
von-Saldern-Gymnasium Brandenburg
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Evangelisches Gymnasium Hermannswerder Potsdam
musisch-künstlerisches Profil
Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium Potsdam
mathematisch-naturwissenschaftliches Profil
Humboldt-Gymnasium Potsdam
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Voltaire-Gesamtschule Potsdam
Sprachlich-gesellschaftswissenschaftliches Profil
Leibniz-Gymnasium Potsdam
sprachlich-naturwissenschaftliches Profil
Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil
Ernst-Haeckel-Gymnasium Werder
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil



Fläming-Gymnasium Belzig Marie-Curie-Gymnasium Ludwigsfelde
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Kopernikus-Gymnasium Blankenfelde
sprachlich-naturwissenschaftliches Profil
Friedrich-Gymnasium Luckenwalde
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil
Niedersorbisches Gymnasium Cottbus
gesellschaftswissenschaftlich-sprachliches Profil
Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide
mathematisch-naturwissenschaftliches Profil
Friedrich-Engels-Gymnasium Senftenberg
sprachlich-naturwissenschaftliches Profil
Paul-Fahlisch-Gymnasium Lübbenau
Förderung der individuellen Begabungsprofile



Pückler-Gymnasium Cottbus
musisch-künstlerisches Profil


Erwin-Strittmatter-Gymnasium Spremberg
Förderung der individuellen Begabungsprofile


Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde
sprachlich-naturwissenschaftliches Profil


Friedrich-Schiller-Gymnasium Königs Wusterhausen
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil


Humboldt-Gymnasium Eichwalde
gesellschaftswissenschaftliches Profil


Barnim-Gymnasium Bernau-Waldfrieden
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil


Freies Gymnasium am Pfingstberg Panketal
Förderung der individuellen Begabungsprofile


Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau
sprachlich-kommunikativ-technisches Profil


Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Eberswalde
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil



Carl-Friedrich-Gauß-Gauss-Gymnasium Frankfurt
mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Profil
Gymnasium Friedrich Anton von Heinitz Rüdersdorf
sprachliches Profil
Gymnasium Theodor Fontane Strausberg
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Carl-Bechstein-Gymnasium Erkner
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Albert-Schweitzer-Gymnasium Eisenhüttenstadt
sprachlich-naturwissenschaftliches Profil
Lise-Meitner-Gymnasium Falkensee
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Leonardo da Vici-Campus Nauen
sprachliches Profil
Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Rathenow
Förderung der individuellen Begabungsprofile
Evangelische Schule Neuruppin, Gymnasium
motorisch-mathematisch-musisches Profil

4.2.5 Hamburg (Bildung & Begabung 2015)
Stadtteilschule Julius Leber
Stadtteilschule Bahrenfeld

11 Literatur
Bildung & Begabung (2017a). Bayern: Informationen rund um die Begabtenförderung im Bundesland. Verfügbar unter https://www.bildung-und-begabung.de/begabungslotse/laender-special/laender-special-bayern

Bildung & Begabung (2017b). Berlin: Informationen rund um die Begabtenförderung im Bundesland. Verfügbar unter https://www.bildung-und-begabung.de/begabungslotse/laender-special/laender-special-berlin

Bildung & Begabung (2017c). Brandenburg: Informationen rund um die Begabtenförderung im Bundesland. Verfügbar unter https://www.bildung-und-begabung.de/begabungslotse/laender-special/laender-special-brandenburg

Bildung & Begabung (2017d). Bremen: Informationen rund um die Begabtenförderung im Bundesland. Verfügbar unter https://www.bildung-und-begabung.de/begabungslotse/laender-special/laender-special-bremen

Bildung & Begabung (2017e). Hamburg: Informationen rund um die Begabtenförderung im Bundesland. Verfügbar unter https://www.bildung-und-begabung.de/begabungslotse/laender-special/laender-special-hamburg

Gordon, T. & Burch, N. (2001). Die neue Beziehungskonferenz: Effektive Konfliktbewältigung in Familie und Beruf. München: Heyne.

Kompetenzzentrum für Hochbegabtenförderung (2015). Hochbegabtenförderung in Baden-Württemberg. Verfügbar unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Abt7/Ref75/FuT/Documents/Hochbegabtenfoerderung_BW.pdf

KMK (2014). Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im Sekundarbereich I. Verfügbar unter http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1993/1993_12_03-VB-Sek-I.pdf 

KMK (2016a). Grundstruktur des Bildungswesens in der Bundesrepublik Deutschland: Diagramm. Verfügbar unter https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Dokumentation/dt-2015.pdf


KMK (2016b). Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II. Verfügbar unter http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1972/1972_07_07-Vereinbarung-Gestaltung-Sek2.pdf

Landesportal Brandenburg (2017). Begabungsförderung: Spezialschulen Sport. Verfügbar unter https://mbjs.brandenburg.de/sport/schulsport/begabungsfoerderung-spezialschulen-sport.html
Largo, R. H. (2002). Kinderjahre: Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung (6. Auflage). München: Piper.


Stangl, W. (2015). Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. Verfügbar unter http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/EntwicklungsaufgabeJugend.shtml

Formularende
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